Novomatic greift nach Casinos Austria

 

Nachdem Novomatic schon 2006 im Verbund damals mit der Telecom Austria nach den Sternen griff, sprich nach den Casinolizenzen in Österreich, versucht es der Novomatic Eigentümer Johann Graf nun auf einem anderen Weg, nämlich sich einfach die Mehrheit der Aktien von den Casinos Austria AG zu sichern. Aber der Teufel steckt im Detail. Alle Aktionäre sind über Syndikatsverträge aneinander gebunden. Das heißt, wenn einer verkaufen will, müssen die Anteile den anderen Aktionären zuerst angeboten werden, die können dann zu dem Preis des neuen Bieters die Aktien der anderen, Verkaufswilligen kaufen.
Derzeit hält die Staatsholding 33.2 Prozent. Auch die Uniqua, Vienna Insurance, Raiffeisen sowie die Privatbank Schelhammer & Schlattera sind mit 38,3 Prozent beteiligt. Eine gewisse Maria Theresia Bablik hält 17 Prozent und will diese an Novomatic verkaufen. Maria Theresia Bablik, geboren 1928 war mit Prof. Dr. Heinrich Bablik verheiratet und erbte von der größten Verzinkerei Österreichs ein kleines Vermögen und wird an 41. Stelle der Reichsten Österreicher mit einem Vermögen von 260 Mio. Euro geführt, noch vor Graf Johann, dem Eigentümer von Novomatic mit einem privaten Vermögen von 110 Mio. Euro, der an 81. Stelle steht, wobei natürlich seine Firma wesentlich mehr wert ist.
Bei der Eigentümerstruktur der Casinos Austria AG sieht man genau das Proporzdenken in Österreich. Es stellt sich auch die Frage, ob Banken, die Staatshilfe in Anspruch nehmen, gerade die idealen Inhaber eines Glückspielkonzerns zu sein. Und was die Nationalbank mit einem Casino zu tun haben sollte, ist auch mehr als fraglich, außer sie sieht ihre Aufgabe auch als Glücksspiel.
Dazu sollte man sich schon Fragen, ob es sinnvoll ist wenn die Republik Österreich sich weiterhin an den Casinos Austria beteiligen soll, oder ob es nicht besser wäre, sich ganz daraus zurück zu ziehen, im Sinne davon, dass gerade jetzt von Griechenland verlangt wird, sein ganzes „Tafelsilber“ zu verkaufen, könnte man das auch von Österreich verlangen.
Auch dass der ORF an den Österreichischen Lotterien beteiligt ist, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Verflechtungen von Politik und Wirtschaft, denn der ORF ist einer der wichtigsten Werbeträger der Lotterien. Wenn der ORF die normalen Tarife für Werbeeinschaltungen verlangen würde, könnte man von den Lotterien mehr erlösen als aus dubiosen Beteiligungen.

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